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Waschmaschine richtig reinigen – so geht’s

WaschmaschinenEs ist ein Trugschluss, wenn Sie glauben, dass Ihre Waschmaschine mit jedem Waschgang quasi mit gereinigt wird. Das Gegenteil ist heute der Fall. War es in der Vergangenheit noch üblich, Handtücher und beispielsweise auch Unterwäsche im Kochwaschgang zu reinigen, nutzen die meisten Waschgänge heute geringere Temperaturen wie 30 oder 40 Grad Celsius. Durch die niedrigen Temperaturen sollen die Geräte an sich effizienter arbeiten, denn der Stromverbrauch nimmt hier deutlich ab. Doch die höhere Effizienz hat eine Schattenseite. Keime und Bakterien werden nicht mehr entfernt und sie lagern sich in der Waschmaschine ab. Dort verursachen sie dann einen mehr als unangenehmen Geruch. Spätestens wenn Sie den Gestank bemerken, sollten Sie Ihre Waschmaschine reinigen. Schon als vorbeugende Maßnahme bietet sich eine regelmäßige Reinigung an.

Vorbeugen ist besser als nach zu sorgen: Vermeiden Sie den unangenehmen Waschmaschinengeruch

Waschmaschine richtig reinigen - so geht'sStinkt eine Waschmaschine erst einmal, ist der Aufwand, diesen Gestank wieder loszuwerden, groß. Daher sollten Sie versuchen, genau das zu vermeiden. Eine gründliche Reinigung, die in regelmäßigen Abständen erfolgen sollte, ersetzen diese Tipps aber nicht:

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  • Lassen Sie die Tür der Trommel immer offen, sodass Feuchtigkeit verdunsten kann.
  • Spülen Sie das Waschmittelfach regelmäßig aus, sodass Reste von Weichspüler und Waschmittel rasch entfernt werden.
  • Behalten Sie die Technik im Blick und prüfen Sie, ob alle Funktionen wirklich zuverlässig arbeiten.
  • Lassen Sie im Abstand von vier bis sechs Wochen einen Kochwaschgang bei Ihrer Waschmaschine durchlaufen. Ideal sind 90 Grad. Sie können diesen ohne Wäsche nutzen. Durch die hohen Temperaturen werden Keime abgetötet.

Tipp! Gerade Waschmaschinen mit einer ausgezeichneten Energieeffizienzklasse neigen dazu, den unangenehmen Gestank zu entwickeln, da sie kaum mehr Waschprogramme mit hohen Temperaturen finden. Auch die Textilien, die heute vorwiegend im Handel zu finden sind, eignen sich meist nicht mehr für die hohen Temperaturen.

Wann ist eine Reinigung der Waschmaschine erforderlich?

Wie jedes andere Haushaltsgerät oder jedes Reinigungswerkzeug muss auch eine Waschmaschine gereinigt werden. Dies ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich. Zunächst gilt es aber zu klären, wie oft Sie Ihre Waschmaschine reinigen sollten. Grundsätzlich sollten Sie die Reinigung nicht auf die lange Bank schieben und regelmäßig durchführen.

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Zunächst sollten Sie regelmäßig einen Kochwaschgang einstellen. Dieser kann leer oder auch in Kombination mit Kochwäsche erfolgen. Eine umfassende Reinigung Ihrer Waschmaschine, bei der Sie auch die komplette Funktionstüchtigkeit kontrollieren, nehmen Sie am besten im Abstand von 6 Monaten vor. Nehmen Sie sich dann aber auch Zeit, sodass Sie die Waschmaschine angefangen vom Flusensieb bis zur Dichtung reinigen. Es ist auch möglich, dass dieses Zeitfenster zu lang ist. Sobald Sie einen unangenehmen Geruch bemerken, müssen Sie einschreiten und die Waschmaschine unverzüglich säubern.

Für die Reinigung Ihrer Waschmaschine gibt es verschiedene Lösungen, mit denen Sie die Geräte zeitgleich pflegen können. So gibt es beispielsweise Reiniger mit Entkalker. In jeder Waschmaschine lagert sich mit der Zeit Kalk ab. Dieser Kalk ist besonders gefährlich für die Lebensdauer der Maschine und kann hier zu deutlichen Einschränkungen führen. Die professionellen Waschmaschinenreiniger lösen diesen Kalk und tragen damit zu einer längeren Lebensdauer des gesamten Gerätes bei.

Tipp: Möchten Sie keine fertige Reinigungslösung verwenden, können Sie natürlich auch auf die einen oder anderen Hausmittel zurückgreifen.

Reicht ein Waschgang mit Waschmaschinenreiniger aus?

Geht es um den eigenen Haushalt, möchten wir es uns meist bequem machen. Wir suchen daher nach Lösungen, die zügig anzuwenden sind und für uns mit dem geringsten Arbeitsaufwand einhergehen. Waschmaschinenreiniger, die Sie in Supermärkten und Drogerien finden, gehören deswegen zur ersten Wahl, wenn es um die Reinigung der Waschmaschine geht. Doch reicht ein Waschgang mit dieser speziellen Reinigungslösung wirklich aus, um die Waschmaschine zu säubern?

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Diese Frage muss klar mit Nein beantwortet werden. Der Reiniger ist grundsätzlich eine sehr praktische Hilfe, denn er kann dort Ablagerungen entfernen, wo Sie selbst nicht mehr hinkommen. Dazu gehören insbesondere Schläuche und Leitungen. Hier tötet er Bakterien und Keime ab, löst den Kalk und trägt damit zu einer gründlichen inneren Reinigung bei.

Die Reinigung von Hand ersetzt dieser Waschgang aber nicht, denn es gibt viele Teile an der Waschmaschine, wo er gar nicht hinkommt, die aber wiederum für die Entwicklung eines unangenehmen Geruchs verantwortlich sein können. Diese müssen dann von Hand gereinigt werden.

TIPP: Für eine gründliche Waschmaschinenreinigung brauchen Sie im Grunde nicht viel. Um den Aufwand ein wenig zu minimieren, sollten Sie auf einen kleinen Eimer mit warmem Wasser, Wischtuch und Schwamm nicht verzichten.

So gehen Sie bei der Reinigung vor

Bei der Waschmaschinenreinigung kommt es vor allem darauf an, dass Sie besonders gründlich arbeiten und nichts vergessen.

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  1. Reinigung der Waschmaschinentrommel
    Die Trommel ist häufig von einem sogenannten Biofilm betroffen. Dieser Biofilm ist nicht sichtbar, in vielen Fällen aber für den unangenehmen Geruch verantwortlich. Er setzt sich aus Fetten, Schmutz und Schweißresten zusammen. All das sind Dinge, die bei den relativ niedrig temperierten Waschgängen nicht mehr zuverlässig entfernt werden. Wischen Sie die Trommel gründlich mit warmem Wasser und beispielsweise Zitronensäure aus. Bei der Reinigung der Waschmaschinentrommel unterstützt Sie auch ein Waschgang, in den Sie den Reiniger geben.
  2. Reinigung des Waschmittelfachs
    Reinigen Sie Ihre Waschmaschine, dürfen Sie das Waschmittelfach nicht vergessen. Meistens lagern sich hier Reste von Waschmittel und Weichspüler ab. Haben sich diese einmal festgesetzt und beginnen sich zu verfärben, haben sich in diesen Ablagerungen Keime und Bakterien niedergelassen. Diese ziehen sehr schnell einen extrem unangenehm Geruch nach sich. Das Waschmittelfach sollten Sie nicht erst im Abstand von mehreren Monaten reinigen, sondern jeden Monat ausspülen. Dann dauert die Reinigung auch nicht allzu lange. Um Ihnen diese Arbeit zu erleichtern, können Sie das Waschmittelfach einfach herausnehmen. Spülen Sie es in der Badewanne, Dusche oder Waschbecken ab. Wird es so nicht sauber, sollten Sie es einweichen. Legen Sie es hierfür in einen großen Eimer mit warmem Wasser.
  3. Reinigung des Flusensiebs
    Beim Waschen lösen sich Haare und kleinste Textilfasern von der Kleidung. Diese landen gebündelt im Flusensieb. Die Hersteller konzipieren die Waschmaschinen so, um zu vermeiden, dass all die Haare, aber auch Kleinteile, die sich versehentlich lösen, in den Leitungen landen. Das Flusensieb befindet sich auf der Vorderseite der Waschmaschine und lässt sich zügig herausnehmen. Entfernen Sie zunächst von Hand alle Haare und Ablagerungen. Anschließend spülen Sie das Flusensieb ab.
  4. Reinigung der Dichtungen
    Sie werden bei der Waschmaschinenreinigung gern vergessen, sind aber ein wahres Eldorado für die verschiedensten Ablagerungen, Keime und Bakterien. Die Rede ist von den Dichtungen. Die Dichtungen bestehen meist aus Gummi bzw. aus einem weichen Material. Während sie oberflächlich vielleicht sauber sind, sind darunter meist starke Verunreinigungen zu finden. Heben Sie die Dichtungen leicht an und wischen Sie den Bereich darunter gründlich aus. Verwenden Sie anschließend ein Tuch, um alles trocken zu wischen. Legen Sie die Dichtungen wieder auf die feuchten Stellen, entsteht wieder ein hervorragender Nährboden für Keime. Kontrollieren Sie bei der Reinigung, ob die Dichtungen alle noch intakt sind. Sind Risse vorhanden, sollten Sie die Dichtungen austauschen oder vom Profi wechseln lassen.
  5. Reinigung des Bullauges
    Auch das Bullauge der Waschmaschine muss regelmäßig gereinigt werden. Es besteht aus einem extrem stabilen Glas. Die Oberfläche ist hier glatt. Sie können das Bullauge also ganz einfach abwischen. Die Reinigung ist unkompliziert. Wie bei den Dichtungen sollten Sie auch hier mit einem trockenen Tuch nachwischen.

Die Vor- und Nachteile einer gründlichen Waschmaschinenreinigung haben wir für Sie in der folgenden Tabelle noch einmal zusammengefasst:

  • vermeidet unangenehmen Gestank
  • alle Waschmaschinenteile können zeitgleich auf ihren Zustand und die Funktionsweise überprüft werden
  • erhöht die Lebensdauer der Waschmaschine
  • unterstützt eine sorgsame Reinigung der Wäsche
  • regelmäßige Reinigung spart Zeit und Geld
  • gründliche Reinigung braucht sehr viel Zeit
  • viele Waschmaschinenreiniger sind aufwendig in der Anwendung

Hausmittel für die Reinigung Ihrer Waschmaschine

Neben den professionellen Reinigern im Handel gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die Sie für die Reinigung Ihrer Waschmaschine verwenden können. Für die Nutzung der Hausmittel spricht in erster Linie der Preis. Waschmaschinenreiniger aus dem Handel sind nämlich deutlich teurer. Wir möchten Ihnen in der folgenden Tabelle drei gängige Hausmittel vorstellen, die Sie entweder für die komplette Waschmaschinenreinigung oder zumindest für Teile davon nutzen können:

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Hausmittel Hinweise
Natron Um unangenehmen Geruch loszuwerden, ist Natron die richtige Wahl. Es ist günstig und jeder Drogerie zu finden. Sie geben 50 Gramm Natron ins Waschmittelfach, schalten anschließend ein 40 Grad Celsius Waschprogramm an. Natron beseitigt Bakterien und Keime zuverlässig und setzt damit auch einem unangenehmen Geruch ein Ende.
Zitronensaft, Zitronensäure Zitronensäure und Zitronensaft sind gründlich, aber nicht ansatzweise so aggressiv wie Essig. So werden Dichtungen und Leitungen hier nicht so schnell beschädigt. Für die Verwendung von Zitronensaft spricht außerdem der frische Duft. Er bleibt auch nach einigen Waschgängen erhalten. Für die Reinigung geben Sie die Zitronensäure direkt in die Trommel. Ein Programm mit 40 Grad Celsius reicht anschließend für die Reinigung aus. Nach Ablauf der halben Waschzeit muss die Zitronensäure einwirken. Drücken Sie hierfür auf Pause.
Essig Wer im Haushalt nach einem günstigen Putzmittel sucht, das recht zuverlässig ist, wird schnell auf Essig stoßen. Essig bleibt ein Reinigungsmittel-Klassiker und ist vielen Reinigungsmitteln aus dem Laden durch seine Umweltfreundlichkeit voraus. Bei der Waschmaschine sollten Sie aber eine gewisse Vorsicht walten lassen. Essig ist nämlich nicht nur gründlich, sondern er ist auch extrem aggressiv. Gerade Dichtungen und Leitungen können dadurch sehr schnell beschädigt werden, was teure Reparaturen nach sich zieht.

Mit der Reinigung Ihrer Waschmaschine leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu einer langen Nutzungsdauer des Gerätes. Gleichzeitig trägt die Reinigung aber auch dazu bei, dass Ihre Wäsche lange besonders frisch riecht.

Bildnachweise: BVpix / Fotolia.com, Amazon/ Beko

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