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Wie sinnvoll ist die Reinigungs-Funktion moderner Backöfen?

Backöfen mit PyrolyseEin Backofen ist so etwas wie der heimliche Ferrari unter den Küchengeräten. Er kann für die Zubereitung von Ofengerichten, Kuchen, Torten und Plätzchen verwendet werden. Die Zeiten, in denen ein Backofen lediglich für hohe Temperaturen zum Backen sorgt, sind längst vorbei. Moderne Backöfen bieten Grill- und Dampfgarfunktionen. Sie sind mit aufwendigen Menüs versehen, wodurch sich die idealen Garzeiten für Fisch, Fleisch und Co per Tastendruck festlegen lassen. Auch die Zeiten, in der Sie aufwendig den Innenraum schrubben mussten, sind mittlerweile vorbei. Viele moderne Backöfen besitzen eine Selbstreinigungsfunktion. Sie soll vor allem mehr Komfort im Alltag einziehen lassen, die Reinigung von Hand weitgehend überflüssig machen und für eine bessere Hygiene sorgen. Doch taugen diese Selbstreinigungsfunktionen, die auf Namen die Pyrolyse und Hydrolyse hören, eigentlich etwas? Wie arbeiten sie und wo gibt es Unterschiede? Wir haben uns für Sie genauer mit dem Thema auseinandergesetzt.

Wozu werden Selbstreinigungsfunktionen eingesetzt?

Wie sinnvoll ist die Reinigungs-Funktion moderner Backöfen?Der Gedanke einen Backofen, wie beispielsweise einen Kaffeevollautomaten, mit einer Selbstreinigungsfunktion auszustatten, ist vielversprechend. Die Reinigung eines Backofens ist alles andere als leicht. Haben Sie ein einfaches Modell, müssen Sie den Backraum zunächst mit Backofenreiniger behandeln, das Reinigungsmittel einwirken lassen und diesen dann auswischen. Die Arbeit ist nicht nur aufwendig, sondern auch unangenehm, denn durch den Reiniger lösen sich Essensreste und ebenso Fettablagerungen, die an den beschichteten Innenseiten des Backofens haften bleiben.

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Die Selbstreinigungsfunktion soll Ihnen einen großen Teil dieser Arbeit abnehmen. Sie erleichtert die Entfernung von Fett- und Speiseresten, lässt sich auf Knopfdruck aktivieren und sorgt dafür, dass die eigentliche Grundreinigung weniger aufwendig ist. Doch die Annahme, dass Sie danach überhaupt keine Hand mehr an dem Backofen anlegen müssen, ist falsch. Die Selbstreinigungsfunktion übernimmt im Grunde die Aufgabe des Backofensprays. Das heißt: Schmutzpartikel, Fette und andere Rückstände werden gelöst und müssen anschließend noch aus dem Innenraum entfernt werden. Sie müssen also auch hier den Backofen auswischen. Zudem bezieht sich die Selbstreinigungsfunktion stets ausschließlich auf den Backraum.

Tipp: Bevor Sie die Selbstreinigungsfunktion aktivieren, müssen Sie in der Regel sowohl Bleche als auch Kuchenroste aus dem Backofen entfernen.

Backöfen mit Pyrolyse: Der Klassiker unter den Selbstreinigungsfunktionen

Suchen Sie einen Backofen mit Selbstreinigungsfunktion, werden Sie sicherlich zunächst auf Modelle mit Pyrolyse treffen. Diese Technik hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und wird mittlerweile von vielen Herstellern eingesetzt. Die Technik an sich ist simpel, geht aber in jedem Fall mit einem Aufpreis beim Kauf einher. Möchten Sie einen modernen Backofen mit Pyrolyse kaufen, müssen Sie einen Aufpreis von etwa 200 Euro in Kauf nehmen.

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Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fakten zur Pyrolyse zusammen:

Variante Hinweise
Wie funktioniert die Pyrolyse? Die Funktionsweise der Pyrolyse ist relativ einfach. Um Schmutz, Fett und Co zu lösen erhitzt sich der Backofen nach Einschaltungen der Funktion auf 500 bis 600 Grad Celsius. Die Speisereste verbrennen und werden zu Asche. Sie sammeln sich auf dem Boden des Backraums.
Wie lange dauert die Pyrolyse? Eines muss Ihnen bewusst sein: Für eine schnelle Reinigung ist dieses Verfahren nicht die richtige Wahl, denn es dauert recht lange, bis die Geräte die extrem hohe Temperatur erreicht haben. Es vergehen zwei bis drei Stunden, bis tatsächlich so viel Hitze im Backraum ist, dass der Vorgang funktioniert.
Wie zuverlässig ist das Verfahren? Die Reinigung an sich funktioniert durch die Hitze im Grunde sehr gut. Sie müssen aber nachwischen bzw. auskehren. Hierbei handelt es sich um einen Aspekt, den Sie nicht vergessen dürfen.
Wie viel Strom verbraucht die Pyrolyse? Setzen Sie sich das erste Mal mit der Pyrolyse auseinander, liegt sicherlich auch bei Ihnen die Annahme nahe, dass dieses Verfahren mit einem extrem hohen Stromverbrauch einhergeht. Die Hersteller verarbeiten bei diesen Backöfen aber eine extrem gute Dämmung, um sicherzustellen, dass nicht zu viel Hitze entweicht. Pro Reinigungsvorgang entstehen allerdings trotzdem Energiekosten von durchschnittlich 1,50 Euro. Aufgrund steigender Strompreise wird diese Technik in den kommenden Jahren immer teurer.

Die meisten Backöfen, die mit Pyrolyse arbeiten, bieten die Möglichkeit, die Reinigungsfunktion auf die eigenen Bedürfnisse einzustellen. Sie können hier also zwischen verschiedenen Stufen wählen. Meistens sind drei Stufen wählbar. Die Einteilung der Stufen erfolgt hier in erster Linie nach dem Verschmutzungsgrad.

TIPP: Planen Sie für die Pyrolyse Zeit ein. Grund sind die Vorarbeiten. Damit das Ergebnis zum Schluss wirklich überzeugt, müssen Sie grobe Verschmutzungen im Voraus entfernen. Auch die Teleskopschienen, die meistens aus Edelstahl bestehen, müssen entnommen werden.

Vor- und Nachteile der Pyrolyse-Funktion

Wir fassen für Sie die Vor- und Nachteile eines Backofens mit Pyrolyse noch einmal zusammen:

  • einfache und sichere Anwendung
  • Speisereste und Verschmutzungen werden in Asche verwandelt
  • auch größere Verschmutzungen können beseitig werden
  • Backöfen sind hervorragend gedämmt
  • Reste der Verschmutzungen müssen von Hand entfernt werden
  • Küche erwärmt sich mit
  • Backbleche, Roste und Teleskopschienen müssen herausgenommen werden

Zwar setzen die Hersteller bei diesen Backöfen auf eine sehr gute Wärmedämmung, die auch tatsächlich ihre Aufgabe erfüllt, doch die Pyrolyse führt dazu, dass sich auch die Küche aufheizt. Im Sommer kann diese Reinigungsfunktion also durchaus zur enormen Belastung werden.

Die Katalyse: Funktionsweise und Zuverlässigkeit im Vergleich

Einige Hersteller setzen bei der Selbstreinigungsfunktion der Backöfen ebenso auf die Anwendung der Katalyse. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Oxidationsvorgang, der durch thermische und chemische Reaktionen entsteht. Die Backöfen, die mit Katalyse arbeiten, fallen durch einen speziellen Aufbau auf, der sie aber auch recht teuer macht. So sind alle Wände des Innenraums mit speziellen Blechen versehen. Diese Bleche sind mit einer Keramik- oder Emaillebeschichtung ausgestattet. Sie ist auch das Geheimnis und die Grundlage der Katalyse, denn sie sorgt dafür, dass die Bleche Fettpartikel der verschiedensten Art aufnehmen können. Dabei ist die Beschichtung so gestaltet, dass diese Fettpartikel nicht nur aufnehmen, sondern auch zersetzen kann. Hierfür werden Keramik oder Emaille mit Metalloxiden ergänzt. Diese Metalloxide sind ein Katalysator. Durch den Katalysator sowie die Wirkung von Kohlendioxid und Sauerstoff zerfallen die Verschmutzungen.

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Gegenüber der Pyrolyse bietet die Katalyse den Vorteil, dass sie immer dann ihre Wirkung entfaltet, wenn Sie den Backofen bei einer Temperatur von mehr als 200 Grad Celsius in Betrieb nehmen. Die Selbstreinigungsfunktion arbeitet vollkommen automatisch. Sie ist an sich zuverlässig und mindert den Reinigungs- und Arbeitsaufwand für Sie enorm. Wichtig ist, dass Sie aber nach der Katalyse Ihren Backofen auswischen müssen, denn die Fettrückstände gilt es zu entfernen.

Die Beschichtung ist hier eine der größten Schwachstellen an diesen Backöfen. Sie ist relativ empfindlich. Sie können also nicht jeden Schwamm für das Auswischen verwenden.

TIPP: Wischen Sie den Backofeninnenraum am besten mit einem feuchten Mikrofasertuch aus. Wichtig ist, dass Sie den Lappen in warmem Wasser auswaschen.

Da die Beschichtung relativ empfindlich ist, müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Bleche relativ schnell austauschen müssen. In der Regel halten diese nämlich nur zwei, bis höchstens drei Jahre.

Vor- und Nachteile der Katalyse-Funktion

Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der Katalyse nun noch einmal in der folgenden Übersicht.

  • arbeitet automatisch
  • relativ zuverlässig
  • verbraucht relativ wenig Energie
  • funktioniert bei geringer Temperatur
  • Beschichtung ist empfindlich
  • Bleche müssen nach wenigen Jahren ausgetauscht werden

Selbstreinigung mit Wasserdampf: Die dritte Variante

Überzeugen Sie Pyrolyse und Katalyse bei der Reinigung Ihres Backofens noch nicht, können Sie auf die Hydrolyse ausweichen. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, das mit Wasserdampf arbeitet. Bislang ist dieses Verfahren noch nicht allzu weit verbreitet. Es bietet aber gegenüber den anderen beiden Varianten erhebliche Vorteile. Damit die Hydrolyse funktioniert, brauchen Sie eine Fettpfanne. In diese füllen Sie einen halben Liter Wasser. Geben Sie dazu einfach ein wenig Spülmittel. Die Hydrolyse lässt sich kinderleicht per Tastendruck auswählen. Der Backofen wird bei der Reinigung mit Wasserdampf auf eine Temperatur zwischen 40 und 60 Grad erhitzt.

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Hinweis: In Sachen Energieverbrauch ist die Hydrolyse derzeit das beste Verfahren, das der Markt zu bieten hat. Da hier nur eine geringe Temperatur gebraucht wird, geht das System mit einem minimalen Stromverbrauch einher.

Die Funktionsweise der Hydrolyse ist überschaubarer als bei den anderen Funktionen, aber nicht weniger erfolgreich. Doch was heißt das? Erhitzen Sie Wasser und Spülmittel auf eine Temperatur von 60 Grad Celsius entsteht Wasserdampf. Dieser heiße Wasserdampf gelang im Backofen überall hin und kann an den Innenseite Speisereste und Fettablagerungen einweichen bzw. lockern. Nach Ablauf des Programms müssen Sie aber noch selbst tätig werden, denn Sie müssen den kompletten Backraum auswischen. Hierfür verwenden Sie am besten ein weiches Tuch. Waschen Sie dieses mehrfach in warmem Wasser aus. Die Reinigung durch die Hydrolyse ist zwar besonders umweltschonend und sparsam, aber im Grunde mit der Backofenreinigers vergleichbar, denn auch hier kommen Sie noch mit sämtlichen Speiseresten und Fettablagerungen in Kontakt.

Vor- und Nachteile der Hydrolyse-Funktion

Die Vor- und Nachteile der Hydrolyse finden Sie noch einmal in der anschließenden Liste.

  • umweltfreundlich und nachhaltig
  • sparsam
  • Auswischen wird erleichtert
  • braucht wenig Zeit
  • starke Verschmutzungen lösen sich nur schwer
  • Zubehör erforderlich

Fazit: Lohnt sich ein Selbstreinigungsprogramm beim Backofen?

Alle Techniken, die zur Selbstreinigung des Backofens eingesetzt werden, funktionieren und sorgen dafür, dass sich Verschmutzungen lösen. Eines muss jedoch bewusst sein: Das Auswischen per Hand ersetzen sie nicht. Bei allen drei Programmen müssen Sie zusätzlich Hand anlegen, um zumindest die Reste der Ablagerungen zu entfernen. Erprobt ist die Pyrolyse, die mittlerweile schon bei relativ vielen Backöfen eingesetzt wird. Sie ist aus den Kinderschuhen raus und funktioniert sicher und problemlos. Dafür braucht sie aber auch viel Zeit und Energie. Die Katalyse ist hier schon sparsamer, doch die empfindliche Beschichtung bei Backblechen und Co ist ein massiver Nachteil. Am aufwendigsten ist die Hydrolyse, bei der im Grunde der Wasserdampf lediglich den Backofenreiniger ersetzt.

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